Das UKW Seefunk Masseproblem an Bord


Die meisten Seefunkanlagen verbinden die Batterie Masse mit der Antennenleitung Masse (Schirm). Die Masse kann zusätzlich auch noch bei Decktrennstellen, Steckern, defekten Kabeln und Antennen mit der Bootsmasse verbunden sein.

Seefunkanlagen sollen vor dem Batterie-Hauptschalter an die Batterie abgeschlossen werden mit extra Sicherungen um im Notfall noch einen Funkruf absetzen zu können. Das soll noch funktionieren wenn die Bordelektrik an anderer Stelle einen Schaden hat oder durch Seewassereinbruch kurzgeschlossen ist.

Die Massekontakte (Masseschleifen) auf der Antennenleitung können zu Störungen, Spannungen und Brummen führen was eine schlechtere Funk-Verständigung zur Folge hat. Bei Alu und Stahlbooten (auch Stahlkiele) kann das zu einer erhöhten Elektrolyse führen. Das ist auch an der schnelleren Abnutzung der Schutz Anoden (Wellenanoden) unter Wasser oft sichtbar.

Der Test ist einfach: Ein einfaches Multimeter wird in einen kleinen Widerstandsbereich geschaltet und es wird zwischen Batterie Masse und dem Funkgeräte Stecker der Widerstand gemessen. Wenn alles in Ordnung ist wird OL (Overload) angezeigt. Das heißt es ist ein großer Widerstand. Bei einer Masseverbindung wird ein Widerstand angezeigt im Bereich 0 Ohm bis einige 100 Ohm.

Dagegen kann man nun folgendes tun.

Einen 2-poligen UKW Hauptschalter mit Sicherung verwenden. Dann ist die Elektrolyse unterbrochen wenn er ausgeschaltet ist. Also im Hafen und in der Zeit wenn das Boot nicht betrieben wird.

UKW Hauptschalter

Eine isolierte Seefunkantenne mit Kunststoff Fuß kommt meist nur bei Motorbooten in Frage. Bei Segelboot Antennen wird das Antennenkabel eigentlich immer über den Masthalter geerdet. Das schützt bei Blitzeinschlag und statischen Aufladungen in der Luft und ist auch so gewünscht. Hochwertige Funkantennen haben auch immer eine Masseverbindung. Das sorgt zusätzlich für eine bessere Abstrahlung, da eine Masse-„Fläche“ vorhanden ist. Hier lässt sich also nichts ändern.

Decktrennstellen können isoliert aufgebaut sein mit einem DeckSeal oder Schwanenhals und einer Steckverbindung (2 x Kabelstecker und Buchse-Buchse-Verbinder) unter Deck. Dann ist auch alles in Ordnung wenn der Stecker nicht gegen Masse liegt oder fallen kann.

Für eine meist bessere Verständigung, eine komplette Entkopplung der Antennenleitung und Verhinderung der Elektrolyse auch im Seefunk-Betrieb wird ein Antennenisolator eingesetzt. Der ist in der Berufsschifffahrt häufig verbaut, auf Yachten aber nur selten anzutreffen, obwohl er viele Vorteile bietet.

Antennen Isolator

Schauen Sie Ihre Funkanlage einmal dahingehend durch.

Für Grenz-Kurzwellen Sender gibt zusätzlich es einen speziellen Masse Isolator um die beschiebenen Probleme zu vermeiden.

Noch zwei Hinweise:

Antennenkabel die 15-20 Jahre oder länger im Mast sind haben sich als häufige Fehlerquelle erwiesen. Sie können durchgescheuert und an den Steckern oxidiert sein, sodass eine gute Übertragung der Funkleistung nicht mehr gegeben ist. Diese Kabel sollten ersetzt werden. RG213 oder das neuere und dünnere Aircell 7 Kabel haben sich hier in den letzten Jahren als gut erwiesen

Antennen mit Rissen in der Ummantelung sind auch auszutauschen und nicht zu „reparieren“. Dann ist häufig Wasser eingedrungen und die Antennen sind unbrauchbar für das Senden und schlecht für den Empfang und die Reichweite.

von Matthias Busse

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