Neue UKW Seefunk Kanallisten


Die Kanäle für den UKW Seefunk sind international geändert worden.
Das ist nachzulesen : Radio Regulations Final Acts WRC-15 Appendix 18
Das gilt eigentlich ab dem 1. Januar 2017, es ist aber eine lange Übergangsfrist über mehrere Jahre zu erwarten bis alle Hersteller ihre Funkanlagen den neuen Regeln anpassen werden.

Dadurch fallen einige Kanäle in Zukunft weg (z.B. Kanal 21-26). Das betrifft im Binnenfunk einige deutsche Schleusen & Radar Kanäle.

Einige Kanäle sind aufgeteilt worden in zwei Kanäle. So ist z.B. der Kanal 19 auswählbar und die beiden halben 1019 und 2019 Kanäle. Dadurch ist eine Kompatibilität zu bestehenden Funkanlagen gewährleistet.

Durch die halben Kanalraster auf einigen Kanälen ist bei den Anlagen eine neue Hardware (Filter auf der Platine) notwendig, die in einige neue Anlagen bereits integriert ist, in alte jedoch nicht. Alte Anlagen sind meist auch nicht umrüstbar.

Als einer der ersten Hersteller ist Sailor komplett auf die neuen Kanäle gewechselt und hat die neuen Filter eingebaut. Die Handbücher wurden überarbeitet und liegen in der neuen Version bei. Auf unseren Seiten sind zum Teil noch alte Handbücher von 2016 verlinkt, weil wir noch keine neuen Handbücher bekommen haben.

Hier die Übersicht der Standard (alte) Kanäle:

Und die neuen Kanäle ab 2017:

Die neuen Sailor Anlagen 6210, 6215, 6217, 6222, 6248 werden in 2017 bereits mit den neuen Kanälen ausgeliefert.

Es gilt natürlich Bestandsschutz für eingebaute Funkanlagen.
Auch sind diese neuen Kanäle noch nicht in den Sportschifffahrtsanlagen enthalten. Hier werden sie erst in den nächsten Jahren kommen. Hier sind die Internationen Regeln einmal den deutschen Regeln „voraus geeilt“.

von Matthias Busse

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Der AIS Transponder sendet nicht mehr.


Wenn ein AIS Transponder nicht sendet kann das folgende Ursachen haben:

1. Schauen Sie in das Handbuch des AIS Transponders um die Fehlerquelle einzugrenzen.

Hier werden meist die Fehler LEDs beschrieben und die Ursachen.

2. Die MMSI wurde nicht eingegeben.

Schauen Sie dazu mit der meist beiliegen Software in die Einstellungen des AIS Transponders. Hier ist die MMSI angegeben.

3. Die aktuelle GPS Position kann nicht ermittelt werden.

Schauen Sie dazu mit der meist beiliegen Software in die Einstellungen das AIS Transponders.
Der Satelliten Status wird angezeigt und die aktuellen Position. Es müssen ausreichend Satelliten empfangen und ausgewertet werden (mehr als 4 Satelliten). Ist die Position plausibel? Überprüfen Sie die Antennenleitung zur GPS Antenne.

4. Die Antennenanlage ist schlecht.

Über eine schlechte Antennenanlage kann die Sendeleistung nicht abgegeben werden. Ggf. zeigt die Software ein schlechtes Stehwellenverhältnis / SWR / VSWR an. Der Transponder sendet dann nicht mehr. Das ist ein häufig auftretender Fehler.

Dann überprüfen Sie die Antennenleitung und die Antenne. Antennenkabel im Mast haben eine Alterung, können scheuern, die Stecker können oxidieren usw. Erfahrungsgemäß sind nach 10-20 Jahren die Kabel, Stecker und Antenne je nach Qualität auszutauschen.
Nehmen Sie ggf. einen Antennesplitter aus dem System und schliessen den AIS Transponder direkt an die Antennenleitung an. Wenn Sie eine Notantenne oder eine zweite Seefunkantenne haben, überprüfen Sie ob es damit funktioniert.
Funkamateure haben oft Stehwellen-Messgeräte mit denen Sie Antennenanlagen durchmessen können, oder holen Sie einen Service Techniker an Bord um die Antennenanlage zu überprüfen.

5. Ihr Schiff wird nicht in Marinetraffic angezeigt.

Vertrauen Sie nicht darauf dass alle Schiffe bei Marinetraffic oder ähnlichen Online Diensten angezeigt werden.
Gehen Sie auf ein Nachbarschiff und schauen Sie ob Ihr AIS dort empfangen wird. Fragen Sie ggf. unterwegs per Funk nach ob Sie bei anderen Schiffen als AIS Ziel sichtbar sind.

6. Überprüfen Sie die Stromversorgung des AIS Transponders.

Schauen Sie sich dazu die Leitungen und Verbindungen auf den Weg von der Batterie zum AIS Transponder genau an. Legen Sie ggf. für Testzwecke ein Kabel von der Batterie direkt zum AIS Transponder und vergessen sie nicht hier eine entsprechende Sicherung zu verwenden.

7. Ein Silent Schalter könnte eingeschaltet sein.

Dann empfängt der AIS Transponder nur und sendet nicht mehr.

von Matthias Busse

Beim ICOM IC-M423G und HM-195 die Lautstärke einzeln einstellen


Das IC-M423G UKW Seefunkgerät kann in der Lautstärke eingestellt werden und auch stumm geschaltet werden.

Beim angeschlossenen Commandmic HM-195 kann die Lautstärke unabhängig von der Hauptanlage eingestellt werden und es kann auch stumm geschaltet werden.

Dadurch ist es möglich unter Deck schlafende Personen nicht zu stören (Hauptanlage stumm) und draussen im Cockpit am Commandmic trotzdem den Funkverkehr mit zu hören und zu sprechen. Eine sehr komfortable Funktion gerade bei Nachtfahrten.

von Matthias Busse

Gewährleistung / Garantie für Sterling Power Produkte


Für alle Sterling-Produkte gilt: 24 Monate Gewährleistung.

Einzige Ausnahme: Pro Charge Ultra Ladegeräte ab 2016 (mit roter Abdeckkappe für die Anschlüsse), hier gibt es 5 Jahre Garantie.

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Die Abwicklung erfolgt nach Ablauf von 24 Monaten folgendermaßen:

Das defektes Gerät wird zusammen mit dem Kaufbeleg direkt an die Firma Gotthardt geschickt.  Nach Prüfung und bei Vorliegen eines Garantiefalls erfolgt dann ein Austausch.

MfG

Ihr Busse-Yachtshop.de Team

Furuno FI-70 Display und CV7 Windsensor mit Windyplug im Betrieb


Ich habe das Furuno FI-70 mit dem LCJ CV7 Wind Sensor über den LCJ Windyplug und ein NMEA2000 Netzwerk zusammen geschaltet. Das geht problemlos und ich erhalte viele verschiedene Anzeigen und Einstellmöglichkeiten.

FI-70 CV7

Die Windgeschwindigkeit kann angezeigt werden in: kn, km/h, MPH, m/s

In der Mitte der runden Windanzeige kann die Darstellung gewählt werden: AWA, AWS, Beaufort
Der Beaufort Wert wird nur angezeigt wenn eine Logge im System ist, z.B. ein DST800

Mit dem DST800 Loggeber im System kann der „Fahrtwind“ berücksichtigt werden und der Wahre Wind und eine Windlupe können auf dem Display zusätzlich dargestellt werden.

Die Nachtanzeige am Display:

Nachtanzeige

Der Wind-Voraus-Winkel kann abgeglichen werden, je nach Installation des Gebers an Bord. Hier wird der Korrekturwert und der Anzeigewert gleichzeitig zur Kontrolle dargestellt. Das ist sehr komfortabel.

Windwinkel einstellen

Der Windyplug liefert zusätzlich den Luftdruck und die Lufttemperatur.
Das kann im Display ausgewählt werden unter „Umgebung“.
Hier ist dann wählbar: Date, Zeit, W Temp, L Temp, L Druck, Feuchte, Wind Chill, Taupunkt

FI-70 Luftdruck Temperatur

Verwendet wurden:
Furuno FI-70 Display
LCJ CV7 Wind Sensor
LCJ Windyplug
NMEA2000 Netzwerk
ggf. Airmar DST800 Log, Lot, Temp. Geber

Stand Februar 2017

von Matthias Busse

Echomax Active X und XS – Aktive Radarreflektoren und BroadBand Radare


Aktive Radarreflektoren werden auf seegehenden Yachten eingesetzt. Sie fangen die Impulse von einem Radargerät eines anderen Schiffs auf. Ein Alarm kann ausgegeben werden und ein starkes Radarsignal wird abgestrahlt. So erscheint das eigene Schiff auf dem fremden Radar viel größer und markanter. Man wird also deutlich besser gesehen.

Die Berufsschiffe und großen Yachten haben alle Impuls Radare im X-Band. Diese Geräte laufen eigentlich immer. Zusätzlich gibt es S-Band Radare für spezielle Anwendungen.

Entsprechend bietet Echomax einen aktiven Radarreflektor für das X-Band an, den Active X.
Und einen weiteren für das X-Band und das S-Band kombiniert, den Active XS.

Neue Entwicklungen für kompakte Yacht Radare gehen jetzt zu der sogenannten Broadband Radar Technik. Diese benötigt deutlich weniger Strom und verwendet nicht mehr diese starken Kilowatt Impulse, sondern arbeitet mit wenigen Watt Sendeleistung. Dadurch können die Echomax Aktive X und XS Geräte nicht mehr ansprechen und geben im Normalbetrieb keinen Alarm für Broadband Radare aus.

Echomax hat sich dazu eine neue Technik einfallen lassen und fährt die interne Elektronik so hoch, dass auch schwache Broadband Radare einen Alarm an Bord auslösen. Dafür wird das Mastkabel einfach verkehrt herum an die Box angeschlossen. Nun arbeitet die interne Elektronik mit der maximalen Empfindlichkeit. Der Stromverbrauch geht auf ca. 350mA hoch, Broadband Radare werden nun auch erkannt und lösen einen Alarm an Bord aus.

von Matthias Busse

Das UKW Seefunk Masseproblem an Bord


Die meisten Seefunkanlagen verbinden die Batterie Masse mit der Antennenleitung Masse (Schirm). Die Masse kann zusätzlich auch noch bei Decktrennstellen, Steckern, defekten Kabeln und Antennen mit der Bootsmasse verbunden sein.

Seefunkanlagen sollen vor dem Batterie-Hauptschalter an die Batterie abgeschlossen werden mit extra Sicherungen um im Notfall noch einen Funkruf absetzen zu können. Das soll noch funktionieren wenn die Bordelektrik an anderer Stelle einen Schaden hat oder durch Seewassereinbruch kurzgeschlossen ist.

Die Massekontakte (Masseschleifen) auf der Antennenleitung können zu Störungen, Spannungen und Brummen führen was eine schlechtere Funk-Verständigung zur Folge hat. Bei Alu und Stahlbooten (auch Stahlkiele) kann das zu einer erhöhten Elektrolyse führen. Das ist auch an der schnelleren Abnutzung der Schutz Anoden (Wellenanoden) unter Wasser oft sichtbar.

Der Test ist einfach: Ein einfaches Multimeter wird in einen kleinen Widerstandsbereich geschaltet und es wird zwischen Batterie Masse und dem Funkgeräte Stecker der Widerstand gemessen. Wenn alles in Ordnung ist wird OL (Overload) angezeigt. Das heißt es ist ein großer Widerstand. Bei einer Masseverbindung wird ein Widerstand angezeigt im Bereich 0 Ohm bis einige 100 Ohm.

Dagegen kann man nun folgendes tun.

Einen 2-poligen UKW Hauptschalter mit Sicherung verwenden. Dann ist die Elektrolyse unterbrochen wenn er ausgeschaltet ist. Also im Hafen und in der Zeit wenn das Boot nicht betrieben wird.

UKW Hauptschalter

Eine isolierte Seefunkantenne mit Kunststoff Fuß kommt meist nur bei Motorbooten in Frage. Bei Segelboot Antennen wird das Antennenkabel eigentlich immer über den Masthalter geerdet. Das schützt bei Blitzeinschlag und statischen Aufladungen in der Luft und ist auch so gewünscht. Hochwertige Funkantennen haben auch immer eine Masseverbindung. Das sorgt zusätzlich für eine bessere Abstrahlung, da eine Masse-„Fläche“ vorhanden ist. Hier lässt sich also nichts ändern.

Decktrennstellen können isoliert aufgebaut sein mit einem DeckSeal oder Schwanenhals und einer Steckverbindung (2 x Kabelstecker und Buchse-Buchse-Verbinder) unter Deck. Dann ist auch alles in Ordnung wenn der Stecker nicht gegen Masse liegt oder fallen kann.

Für eine meist bessere Verständigung, eine komplette Entkopplung der Antennenleitung und Verhinderung der Elektrolyse auch im Seefunk-Betrieb wird ein Antennenisolator eingesetzt. Der ist in der Berufsschifffahrt häufig verbaut, auf Yachten aber nur selten anzutreffen, obwohl er viele Vorteile bietet.

Antennen Isolator

Schauen Sie Ihre Funkanlage einmal dahingehend durch.

Für Grenz-Kurzwellen Sender gibt zusätzlich es einen speziellen Masse Isolator um die beschiebenen Probleme zu vermeiden.

Noch zwei Hinweise:

Antennenkabel die 15-20 Jahre oder länger im Mast sind haben sich als häufige Fehlerquelle erwiesen. Sie können durchgescheuert und an den Steckern oxidiert sein, sodass eine gute Übertragung der Funkleistung nicht mehr gegeben ist. Diese Kabel sollten ersetzt werden. RG213 oder das neuere und dünnere Aircell 7 Kabel haben sich hier in den letzten Jahren als gut erwiesen

Antennen mit Rissen in der Ummantelung sind auch auszutauschen und nicht zu „reparieren“. Dann ist häufig Wasser eingedrungen und die Antennen sind unbrauchbar für das Senden und schlecht für den Empfang und die Reichweite.

von Matthias Busse