Stella Maris von den Azoren zu den Scilly Islands


Ich will versuchen, unseren 12-tägigen Törn von den Azoren bis zu den Scillys zu beschreiben.

Wir dachten, dass wir nach ein wenig Nord, die 40 Grad N erreichen würden und dann in der Westwind-Drift zügig nach NE würden segeln können. Doch von Tag zu Tag zeigten die Gribfiles, die wir über unsere Iridiumverbindung von Saildocs erhielten, ein gleich bleibendes anderes Bild. Eine riesige Hochdruckzone reichte von den Azoren bis in die Biscaya und fast bis Irland. Ein Sturmtief vor Westirland mit 40 kn Wind lief sich an diesem Druckgebilde tot. Gelegentlich war im Hochdruckgebiet ein kleines Tief eingelagert (1013 hPq), das für einige Stunden für Starkwind sorgte (ein Reff) verbunden mit heftigem Regen wie in den Tropen.

Nach anfänglichem SW und W- Wind drehte der Wind bald auf Ost und etwas südlicher, aber fast immer nur mit ein bis zwei oder zwei bis drei Bft. Wir konnten den Kurs nicht halten und drifteten nach Westen ab. Der Westwind sollte es richten. Als sich der Wind dann nach langer Zeit auf SE bis S umstellte (nicht auf West), hatten wir einen Versatz von 50 sm nach West. Hinzu kam, dass wir oft nur mit 2,9 bis 3,5 Knoten segeln konnten. Der Diesel war knapp, so ging die Maschine maximal für eine Stunde am Tag an, um den Akku zu laden. Der restliche Diesel sollte für die starken Tidenströme um und in den Scillys aufgespart bleiben. Dann gab es ein bisschen mehr Wind (3 bis 4 Bft) etwa 5 Tage verbunden mit zum Teil dichtem Nebel oder Nieselregen.

Erst die letzten 24 Stunden klarte es auf und wir liefen bei sonnigem und klaren Wetter in die etwas schwierigen Gewässer der Scillys ein.

So brauchten wir für die 1.200 sm 12 Tage und 5 Stunden, unglaublich langsam für einen Törn in der Westwinddrift!

In diesen Tagen auf St. Marys hat der Kanal nun Ostwind. Am Samstag soll sich das ändern, dann wollen wir weiter.

Von der Stella Maris

Stella Maris in Horta auf den Azoren


Hallo,

wir sind gestern gut in Horta angekommen. Heute haben wir auch einen vernünftigen Liegeplatz bekommen. Schon gestern haben wir viele alte Bekannt getroffen, daher im Moment wenig Zeit. Demnächst mehr.

Grüße von der Stella Maris

Reisebericht – Stella Maris auf den Azoren


Hallo,

heute Morgen sind wir auf Santa Maria angekommen. Die letzten zwei Tage ein wenig mühselig, hoch am Wind bei wenig Wind, so mit 2,5 bis 3,5 Knoten. In den letzten 12 Stunden sind wir dann absichtlich besonders langsam gesegelt, um nicht im Dunkeln anzukommen. Insgesamt für 800 sm knapp 8 Tage, nicht wirklich schnell. Vila do Porto, die Hafenstadt von Santa Maria hat eine kleine und gut geführte Marina, mit Wifi, Dusche, Waschmaschinen. Allerdings liegt der Ort oben auf dem Berg. Wenn man einmal dort angekommen ist, sind die Wege zum Supermarkt (klein, geringes Angerbot) nicht mehr weit.
Weil wir vor zwei Tagen eine schöne, nicht zu große Dorade gefangen haben, mußte ich heute noch an Bord kochen. Ob es brauchbare Gaststätten gibt, ist daher unklar. Generell ist die portugiesische Küche nicht die Beste der Welt.
Ob es int. Presse irgendwo auf der Insel gibt, ist noch nicht erkundet. In Vila do Porto sah es nicht so aus. Je nach Wetter soll es am Montag oder später weitergehen, nach Sao Miguel  (Punta Delgado).

Grüße von der Stella Maris

Reisebericht Stella Maris


Hallo,

endlich hat der starke Westwind nachgelassen und wir wollten auslaufen. Alles war vorbereitet, um die ca 1.000 nm zu den Azoren anzugehen, da kam Wolfgang unverrichteter Dinge aus dem Marinabüro zurück. Ölunfall im Hafen!  U.a. ist auch unsere Hafenbucht durch eine Ölbarriere abgeschlossen. Keiner kann rein oder raus. Auf VHF ist zu hören, dass manche Yacht schon in Schwierigkeiten ist, z.B. die, die hierher kamen, um neue Mannschaftsmitglieder aufzunehmen. Angeblich gibt es keine Anlegemöglichkeit für Yachten, bis das Öl beseitigt ist. Wie lange wird es dauern? Keiner sagt etwas.

Nachtrag 10.6.
Um 16.00 soll die Ölbarriere für zwei Stunden geöffnet werden. Wir werden auslaufen, wenn möglich, direkt zu den Azoren.

Von der Stella Maris