Simarine PICO Shunt C20, C10 und C5 eingeben.


Zu einem PICO Batteriemonitor von Simarine gibt es einen passenden Shunt SC303 oder SC503. Der kann Ströme bis zu 300A oder 500A messen und damit die jeweils aktuelle Batteriekapazität in Prozent angeben.

Beim Einrichten der Batterie werden vom PICO Batteriemonitor 3 Werte abgefragt C20, C10 und C5. Diese 3 Werte geben die Batteriekapazität in Ah (Amperestunden) abhängig von der Entladestromstärke an.
C20 bedeutet: Wieviele Ah kann die Batterie bereitstellen wenn sie in 20 Stunden entladen wird.
C10 bedeutet: Wieviele Ah kann die Batterie bereitstellen wenn sie in 10 Stunden entladen wird.
C5 bedeutet: Wieviele Ah kann die Batterie bereitstellen wenn sie in 5 Stunden entladen wird.

Bedingt durch den Innenwiderstand und die Chemischen Prozesse in eine Batterie nimmt die Kapazität (Ah) ab wenn der Entnahmestrom erhöht wird. Das wird bei einem guten Batteriemonitor berücksichtigt.

Auf der Batterie ist meist der C20 Wert aufgedruckt. Manchmal findet man in den Datenblättern der Hersteller auch die anderen Werte C10 und C5. Dann können diese Werte beim PICO Batteriemonitor eingetragen werden. Die Werte lassen sich ggf. auch aus dem Peukert Faktor herleiten, das könnt Ihr mal googeln.

Häufig werden die Daten aber nicht in den Datenblättern angegeben. Dann hilft nur ein schätzen der Werte.

Bei einer einfachen Blei-Säure Batterie können diese Werte als grobe Schätzung eingetragen werden:
C20 ist aufgedruckt (z.B. 120Ah)
C10 ca. 12% abziehen (z.B. 120 * 0,88 = 105,6 = 106 Ah)
C5 ca. 24% abziehen (z.B. 120 * 0,76 = 91,2 = 91 Ah)

Bei einer guten Blei-GEL Batterie können diese Werte als grobe Schätzung eingetragen werden:
C20 ist aufgedruckt (z.B. 120Ah)
C10 ca. 10% abziehen (z.B. 120 * 0,9 = 108 Ah)
C5 ca. 20% abziehen (z.B. 120 * 0,8 = 96 Ah)

Bei einer guten Blei-AGM Batterie können diese Werte als grobe Schätzung eingetragen werden:
C20 ist aufgedruckt (z.B. 120Ah)
C10 ca. 5% abziehen (z.B. 120 * 0,95 = 114 Ah)
C5 ca. 10% abziehen (z.B. 120 * 0,9 = 108 Ah)

Bei einer Lithium Batterie werden das nur ca. 2-4% sein da sie einen sehr geringen Innenwiderstand und einen kleinen Peukert Faktor (knapp über 1) hat.

Wenn Ihr da Erfahrungen gesammelt habt, dann bitte unten im Kommentar angeben.

So werden die Werte eingegeben:

FAQ: Meine 12V Bord Batterien müssen alle 2 Jahre ausgetauscht werden.


Frage: Ich habe Probleme mit der Lebensdauer meiner 12 V Batterien. Ich muss sie alle 2 Jahre austauschen.

Antwort: Das ist häufig auf eine andauernde Tiefentladung der Batterien zurück zu führen. Bleibatterien, egal ob Flüssig, Gel oder AGM verschiedener Hersteller halten am längsten wenn Sie nicht unter typischerweise 50% entladen werden. Bei 200 Ah Batterien stehen also nur 100 Ah zur Verfügung. Werden die Batterien weiter entladen, altern sie schneller oder können durch Tiefentladungen weit unter 50 % auch zerstört werden. Das liegt in der Chemie der Bleiplatten begründet. Eine reine Spannungsanzeige ist hilfreich, aber nicht ausreichend um den „Füllstand“ der Batterie zu überwachen. Dafür gibt es spezielle Batteriemonitore, die über einen Shunt (Strommessfühler) die Lade- und Entladeströme der Batterie über die Zeit mitschreiben und so einen „Füllstand“ als Ah Wert angeben können. Um auf das 200 Ah Beispiel zurück zu kommen, Sie sehen also wenn die Restladung der Batterie auf 100 Ah zuläuft und können entsprechend eingreifen, wie z. B. den Motor starten um über die Lichtmaschine die Batterien wieder zu laden oder das 220 V Ladegerät an Landstrom anschließen. Eine weitere hilfreiche Funktion ist, dass Sie sehen können, wieviel Strom Sie aktuell verbrauchen. Wenn Sie von Bord gehen, reicht häufig ein Blick auf den Batteriemonitor und Sie sehen, ob alle Verbraucher ausgeschaltet sind und ggf. der Hauptschalter aus ist oder ob weiterhin ein Strom fließt, der manchmal durch Fehler in der Elektrik oder durch Kriechströme bei Seewasserkontakt entstehen kann.

Der Strommessfühler muss auf den maximal fliessenden Strom ausgelegt werden. Wenn die größten Verbraucher angeschaltet sind soll der Strom nicht überschritten werden. Das hat nichts mit der Ah Kapazität der Batterie zu tun, sondern nur mit den tatsächlich fliessenden Strömen. Wenn Sie also eine Ankerwinde mit 1200 W betreiben, fliessen 1200 W/12 V = 100 A. Dazu kommen weitere Verbraucher, die Sie hinzurechnen müssen, wie Positionslichter 2 x 25 W = 50 W /12V = 4,2 A und so weiter.

Die Ladeseite sollten Sie getrennt betrachten. Als Beispiel: Eine Lichtmaschine mit 90 A und ein 220 V Ladegerät mit 60 A. Wenn es vorkommen kann dass beide zusammen laden, reicht also ein 100 A Shunt nicht aus (90 A + 60 A = 150 A). Wenn Sie sicher nur eine der beiden Ladequellen eingeschaltet haben, ist ein 100 A Shunt für die Ladeströme ausreichend.

Suchen Sie sich jetzt einen Batteriemonitor aus, der für die Summe der Ladeströme sowie die Summe der Entladestöme (einzeln betrachtet) ausreichend ist, also etwas mehr Strom messen kann.

Achten Sie bei 24 V Batteriespannung darauf ob der Batteriemonitor auch für 24 V geeignet ist. Natürlich auch bei anderen Spannungen, die allerdings selten vor kommen.

Hier finden Sie Batteriemonitore für unterschiedliche Ströme und Spannungen.

von Matthias Busse