Ohne Plotter


Heute morgen kurz vor dem Ablegen kam ein Norweger den Steg entlang und fragte nach einem Elektronik Service weil sein Lowrance Plotter kaputt ist. Ich habe ihn mir angeschaut und resettet aber der Bildschirm blieb dunkel. Da wir nur nach Kiel zurueck wollten habe ich ihm meinen gebrauchten Plotter verkauft. Mitten beim Ablegen, die Vorleinen waren schon los, kam er ueber das Nachbarschiff gelaufen und schenkte uns noch eine Flasche Aquavit zum Dank. Und so kommt es das wir heute ohne GPS zurueck nach Kiel fahren.
200% Wetterbesserung – wir werden nach einer Woche Regen auch endlich mal wieder mit Sonne und halbem Wind belohnt, sodass wir prima segeln koennen.
Abends vor der Kieler Foerde schlaeft der Wind ein, die typische Abendflaute und es regnet ein wenig, deshalb muss ich 20% Wetterbesserung abziehen, aber immer noch prima.
Wir haben unserem Pinnenpilot einen Ueberzieher verpasst, das sie die unschoene Eigenschaft haben, wenn die Schubstangendichtung alter, ziehen sie hier Wasser in die Eliktronik. Siehe Foto.
Laufen die Foerde rein, Montag geht die Schule fuer unsere Tochter wieder los. Unser letzter Urlaubstag. Over and out.

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Charterkino


Heute hatten wir einen Hafentag in Burgtiefe. Wir mussten noch das Oelzeug trocknen uns das Schiff aufraeumen. Zufaellig haben wir gestern abend einen Liegeplatz zwischen lauter Charterschiffen gewaehlt. Bereits am fruehen morgen im stroemenden Regen rueckten Putz- und Reparaturkolonnen an um die einlaufenden Schiffe fuer die naechsten Gaeste vorzubereiten. Die Reinigungskraefte in Hemd und Sandalen waren innerhalb kuerzester Zeit durchgeregnet. Die Serviceleute hatten wenigstens Oelzeug an, nur der Handwerker, der auf dem Vorschiff unter dem Gummiboot die Luke ausgetauscht hat lag 2 Stunden in Jeans dort. Am Nachbarschiff hat mich ein Taucher im Wasser begruesst. Schraubenschaden? Windgeberarme wurden vom Masttop denontiert und auf einem anderen Schiff wieder angebaut. Die Decks wurden gekaerchert waehrend die ersten Gaeste anruckten. Die Aufraeumarbeiten unter Deck zogen sich in die Laenge und wurden von gelegentlichen „Mann ist das viel Muell hier“ Rufen unterbrochen. Waehrenddessen kreisten meist 3-4 Boote vor der Tankstelle um das Boot vollgetankt abgeben zu koennen.
Die Chartergaest zogen in der Zwischenzeit aus. Dabei wurden neben Gepaech auch sehr viel Lerrgut ueber den Steg bewegt. Bierkisten (Rekord: Ausladen 7 / Einladen 17 Kisten Bier , wohlgemerkt fuer ein Boot) 10l Bierfaesser 2 Stk. und mehrere Transportwagen Gepaeck hochgestapelt im Dauereinsatz ueber mehrere Stunden. Der Steg war zeitweise unpassierbar durch Kaercher, Schlaueche, Segel- und Bettzeugsaecke, Beiboote, Werkzeugkisten usw. und eine Menge Menschen.
Waehrend die einen abreisten kamen die naechsten bereits an, die Boote wurden sozusagen „warm“ uebergeben.
Jetzt um 9 ist alles erledigt und das Charterkino wird geschlossen.

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Irrfahrt


Mit einem Wetterfenster von 5 bis 17 Uhr Kiel Ostwind um 3 Bft haben wir gesten morgen ohne Fruehstueck um 4:30 Uhr abgelegt. Danach war 5-7 fuer Kiel vom daenischen Wetterberich und Windfinder angesagt. Der DWD hatte 5 Bft mit Schauerboen. Es ging gut los mit Ostwind, der aber kurz vor Bagenkop um 8 Uhr an der Suedspitze von Langeland aprupt einschlief, war auch kein Problem, hier war ja auch nur 1 angesagt. Also Segel runter und Motor an. Nach 10 Minuten hatten wir dann aber SW mit 5-6, trotzdem weiter und gegen 1m Wellen an, die sich schnell aufbauten und dann auf 1,5m anwuchsen. Die Dirk machte kaum noch Fahrt gegenan und Wellen und Wind standen genau auf die Hafeneinfahrt. Wir entschieden uns abzudrehen und nach Fehmarn zu gehen. Also die Fock hoch und mit halbem Wind auf die Ostkueste von Fehmarn zu nach Burgtiefe. Etwas habe ich noch vergessen zu erwaehnen, seit 4:30 regnete es teilweise wie aus Eimern. Der Wind legte auf 6-7 zu und ueber Funk kamen auch schon die ersten Notrufe, eine Ramming und ein „fast“ versinken mit Motorschaden. An der Ostspitze von Fehmarn waren wir ziemlich erledigt und unsere Tochter hat sich gleich nach dem Ablegen mit Seekrankheit in die Koje verzogen, wo sie immer noch warm und trocken lag, waehrend unser Oelzeug langsam Wasser zog und es kalt wurde. Also Segel runter und mit Motor gegenan. Hohe Drehzahlen liessen den Motor zu warm werden, warscheinlich auch Pocken vor dem Wasserzulauf. So dauerte es ziemlich lange bis wir an der Ansteuerung nach Burgtiefe ankamen. Im Dunkeln ging es dann das Fahrwasser rein mit Richtfeuer, Leitfeuer und Taschenlampe. Um 22:30 Uhr waren wir endlich nach einer anstrengenden Irrfahrt im Hafen fest und sind dann auch bald ins Bett gefallen.